Micki

(vom 10.04.1991 bis 02.06.2009)






Im Sommer 1991 suchte unser damaliger Tierarzt dringend ein Zuhause für ein Katzenkind:
während seines Urlaubes auf Fuerteventura hatte er sich in eine werdende Katzenmutter verliebt.:-) Seit diesem Tag kümmerte er sich um sie mit dem Gedanken, ihr bei der Geburt beizustehen.

Der Urlaub näherte sich dem Ende, der Tag der Abreise war da. Ausgerechnet an diesem Tag - oder vielleicht gerade deswegen, setzten bei der kleinen Katze die Wehen ein. Viel Zeit blieb da nicht mehr. Nachdem ein entsprechender Karton für den Transport gefunden- und für die kommende Geburt präpariert worden war, ging' es in letzter Sekunde ab zum Flugplatz. Natürlich hatte unser damaliger Tierarzt "für den Fall des Falles" vorher schon entsprechende Vorbereitungen getroffen, denn ohne Papiere kommt auch eine Katze nicht durch den Zoll.

Am 10.04.1991 - irgendwo auf dem Luftweg nach Deutschland - bekam die Kleine vier Babys. Zu dieser Zeit konnte die Tierarztfamilie keine weiteren Katzen mehr aufnehmen - und suchten für Mutter und Babys interessierte Familien. So kamen wir zu unserem Micki.


Damals wohnten bei uns drei Katzen, Tim, Chico, Minka und nun auch Micki. Natürlich waren sie zunächst von dem Katzenbaby nicht begeistert. Diese instinktive Abwehr hielt aber nicht lange an. Nachdem die drei sich an den Geruch von Micki gewöhnt hatten, wurde er akzeptiert. Mit seinen 2 1/2 Monaten war er für die beiden Kater noch kein Rivale - und Minka hatte höchstens seine gelegentlichen Spielattacken zu ertragen - bzw. abzuwehren. Aber- wie würde das nach einem Jahr aussehen? Würden sie sich dann auch noch vertragen? Eine nicht unberechtigte Frage.


Die Gene einer seiner Vorfahren, Karthäuser oder Russisch Blue machten ihn zu einem kleinen liebenswerten Plappermäulchen. Kommentiert wurde - und wird alles und jedes. Micki war von Anfang an Gerd und mir gegenüber sehr anhänglich; vierbeinige Freunde interessieren ihn nicht besonders. Seine Eifersucht verlangt oft Diplomatie. Sobald etwas nicht nach seinem Kopf geht, entschwindet er durch die Katzenklappe in den Hausflur und "blökt" in wahrsten Sinne des Wortes seinen Kummer in die Welt. Der Ausdruck seiner Augen verkündet in solchen Momenten höchste Not und "keiner hat mich lieb"! So ein Hausflur ist für derartige Ausbrüche wie geschaffen - es schallt wundervoll! Steht auch noch die Tür zum Hof auf, so dass alle Nachbarn auch gleich mit informiert werden, sehe ich in Gedanken schon die Feuerwehr in unserer Einfahrt stehen. Es gibt nur zwei Dinge, die ihn hiervon abbringen können: entweder lockt man ihn zärtlich und nimmt ihn auf den Arm - hierbei möchte er dann aber bitte auch wie ein Kind geschaukelt werden - oder aber er läßt seinen Frust an einer der anderen Katzen aus, die zufällig in der Nähe ist. Wird er von Gerd oder mir deswegen ermahnt, entschwindet Micki nach "ganz oben" und wird für längere Zeit nicht gesehen.

Wenn Micki nicht schläft, gibt es tagsüber und auch nachts keinen Raum, den ich ohne ihn betreten kann. Von klein auf hat er es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Schlaf mit dem meinen zu teilen. Erstrebenswert ist hierbei für ihn, unter die Bettdecke zu gelangen und die Vorderpfoten um meinen Hals zu legen. Das Köpfchen schiebt er unter mein Kinn. Man könnte dies durchaus als einen niedlichen Anblick bezeichnen - aber sicher nur, wenn man - im wahrsten Sinn des Wortes - nicht in diese Lage gebeten wurde. So konnte das auf Dauer nicht gehen. Also begann ich, ihn nach und nach daran zu gewöhnen, auf der Bettdecke zu schlafen. Denkt aber bitte nicht, dass dies in der ersten Zeit ohne Diskussion möglich war. Er blieb einfach hartnäckig. Das lockerte sich erst, als wir die Kater Speedy und Moritz zu uns nahmen. Aus Freundschaft zu Speddy ist Micki durchaus in der Lage, auf etwas zu verzichten, an dem ihm viel liegt.




Heute - im zwölften Lebensjahr ist Mickie nach dem Tod unseres Katers Tim (Timmy) "unser" Senior.


Juli 2002












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zuletzt aktualisiert am 26.08.2012